Kampfansage nach Rückschlag
"Bei der WM & bei Olympia werden wir konkurrenzfähig sein!"
Das Lächeln ist zurück, die erste Enttäuschung über den 10. Rang im EM-Finale mit mäßigen 63,80 m im einzig gültigen Versuch wenigstens schon ein bisschen verflogen. „Natürlich hätte ich mir nach Rang vier in der Qualifikation mehr erwartet. Aber meine Tagesform war leider bescheiden. Ich habe den Rücken nicht gespürt, aber die nötige Leichtigkeit hat gefehlt. Ich habe verkrampft geworfen und die guten Windverhältnisse nicht ausnutzen können“, meint der ÖLV-Rekordhalter.
Der Abstand zu den Top-3-Rängen war mehr als deutlich: Auf Gold (Kristjan Ceh/SLO) fehlten 8,71 m, auf Bronze (Henrik Janssen/GER) immerhin auch noch 5,73 m. „Wenn der zweite Versuch nicht ungültig gewesen wäre, hätte ich vermutlich noch drei weitere Würfe bekommen, eine zweite Chance. Aber viel geändert hätte das vermutlich auch nicht. Es war kein optimaler Tag im Büro. Und – ehrlich gesagt – auch keine optimale Saison“, so Weißhaidinger. „Gregor und ich werden an ein paar Schrauben in der Wurftechnik drehen, um weiter konkurrenzfähig zu bleiben. Das liegt in unserer DNA, das ist uns schon öfters gelungen.“ Nachsatz: „Was mir besonders wichtig ist, dass ich nichts unversucht gelassen habe, trotz Hexenschuss und nicht berauschenden Saison-Ergebnissen am Tag X meine Bestform abrufen zu können. Phasenweise, in der Qualifikation, ist mir das gelungen, im Finale dann nicht mehr. Ich habe mich –wurftechnisch gesprochen – mit dem Oberkörper zu weit nach vorne gelehnt. Das passiert, wenn ich die nötige Lockerheit verliere. Der verschobene Schwerpunkt, da reden wir von 5, 6 Zentimetern, führt dann dazu, dass ich beim Abwurf nicht den gewohnten Druck aufbauen kann. Bei guten Windverhältnissen – wie im gestrigen Finale - verlierst du schnell ein paar Meter.“
Coach Gregor Högler gibt sich am Tag nach dem Finale längst wieder kämpferisch: „Luki ist in Tokio und jetzt auch in Birmingham beide Male weit unter Wert geschlagen worden. Wir wollen bei nächster Gelegenheit zurückschlagen. Soll heißen: Wir werden nach Veränderungen suchen, auch weiter an der Wurftechnik feilen.“
EM Birmingham, 4. Wettkampftag, Diskus-Finale der Männer, Endstand: 1. Kristjan Ceh (SLO) 72,51 (EM-Rekord), 2. Mykolas Alekna (LTU) 69,89, 3. Henrik Janssen (GER) 69,53 (SB), 4. Daniel Stahl (SWE) 68,22, 5. Shaquille Emanuelson (NED) 67,97, 6. Diego Casas (ESP) 65,64, 7. Ruben Rolvink (NED) 65,45, 8. Dimitrios Pavlidis (GRE) 64,34 (SB), 9. Andrius Gudzius (LTU) 63,99, 10. Lukas Weißhaidinger (AUT) 63,80 (63,80-x-x) , 11. Lolasson Djouhan (FRA) 62,28, 12. Martynas Alekna (LTU) 61,78.

