Herausfordernde Tage

26. März 2026

Erste Test-Wettkämpfe in Schwechat für Anfang Mai geplant

Mental ist Diskus-Vize-Europameister Lukas Weißhaidinger in diesen Wochen stark gefordert: "Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht an den Anfang März verstorbenen Sepp Schopf denke. Er fehlt mir und ich weiß jetzt schon, dass ich meinen ersten richtig weiten Wurf in diesem Jahr ihm widmen werde. Sein Tod kam unerwartet, das macht die Aufarbeitung nicht leichter. Wann immer ich ein bisschen (Frei-) Zeit hatte, habe ich ihn angerufen, mit ihm über Diskuswerfen und über private Dinge geplaudert. Ich kannte ihn seit 20 Jahren, er hat mein Sporttalent entdeckt und mich seitdem gefördert. Er war ein väterlicher Freund. Schade, dass wir nicht gemeinsam in Sport-Pension gehen können."

Rein sportlich läuft indes alles nach Plan. "Ich bin richtiggehend on fire - habe im Training viel Spaß und bin unglaublich motiviert. Je öfter wir im Training werfen, desto größer ist der Fun-Faktor. Im Moment sind's ca. 300 Diskus-Würfe pro Woche, dazu rund 500 Würfe mit anderen Wurfgegenständen, mit Bällen, Stangen usw. Die Würfe sind schon überraschend gut, auch wenn mir bis zum Saisonstart noch ein bisschen Zeit bleibt“, so Lukas Weißhaidinger.

Auslands-Trainingslager wird's in diesem Jahr nicht geben. Dafür die altbewährten Test-Wettkämpfe am Wurffeld in Schwechat. "Es geht darum, dass sich Lukas mit weiten Würfen für die Diamond-League-Meetings in Shanghai, Stockholm und Silesia aufdrängt", erklärt Coach Gregor Högler. "Im Idealfall sollten Anfang Mai schon Weiten bis zu 68 m und mehr möglich sein", hofft der 34-jährige Oberösterreicher.

Den offiziellen Saisonauftakt bildet das Liese-Prokop-Memorial am 4. Juni in St. Pölten. "St. Pölten gehört zu meinen Lieblings-Meetings. Das gilt auch für das Austrian-Open in Eisenstadt Anfang Juli. Das sind zwei absolute Fixpunkte. Orte, die mir Kraft geben", betont der Olympia-Bronzemedaillengewinner von Tokio. In der Weltrangliste rangiert der ÖLV-Rekordhalter aktuell auf Rang 15. "Über meinen Sturz im WM-Finale in Tokio habe ich gleich nach dem Finale lachen können. Aber es schmerzt natürlich, dass ich meine Hochform unter diesen Bedingungen nicht ausspielen konnte. Da wäre viel mehr als der neunte Rang möglich gewesen. Auf der anderen Seite: Es wird sicher nicht mein letzter Sturz im Diskus-Ring gewesen sein." Die Schmerzen im lädierten Ellbogen währten knapp ein halbes Jahr. "Der Aufprall war härter als gedacht. Aber mittlerweile bin ich wieder schmerzfrei. Gut nur, dass keine gröbere Verletzung passiert ist."

Die Vorfreude auf die EM Mitte August in Birmingham steigt langsam an: "Mein Ehrgeiz ist groß: Ich will in England zeigen, was mir in Tokio aufgrund der extrem nassen und rutschigen Verhältnisse nicht gelungen ist."

Lukas ist "on fire", jetzt schon. Bevor es mit den Testwettkämpfen Anfang Mai in Schwechat so richtig losgeht.